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Muss ich als Influencer Steuern zahlen? Influencer & die Steuerpflicht

In Instagram-Tipps von Simone GerhardtSchreibe einen Kommentar

Wenn du als Influencer online Geld verdienst, solltest du dich mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Ab wann muss ich als Influencer Steuern zahlen? Muss ich meine Influencer-Einnahmen dem Finanzamt melden? Muss ich Werbegeschenke versteuern? Welche Anmeldungen sind erforderlich? Wir verschaffen dir einen Überblick, was du wissen solltest, wenn du in Deutschland ansässig bist und mit deinem Instagram Content Geld verdienst.

Eins vorab: Wir bei stylink sind keine Steuerberater. Daher dürfen wir hier weder steuerberatend noch rechtsberatend tätig werden. Als Betreiber einer Vergütungs-Plattform für Influencer haben wir allerdings viele Berührungspunkte mit dem Verdienst von Influencern und den damit einhergehenden Pflichten – wie der Steuerpflicht. Wir berichten an dieser Stelle (ausschließlich) von unseren Erfahrungen. Die Informationen in diesem Blogbeitrag sind sorgfältig zusammengetragen worden. Eine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit können wir nicht übernehmen. Der Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung, sondern ist für dich als Influencer eine mögliche Einstiegshilfe. Für rechtsverbindliche Informationen wende dich bitte an deinen Steuerberater bzw. deine Steuerberaterin.

Warum sollte ich mich als Influencer mit dem Thema Steuern befassen?

Viele Influencer stehen mit ihren Einnahmen aus Social Media inzwischen im Fokus der Finanzämter – was erst einmal kein Grund sein muss, als Influencer nervös zu werden. Eine Nachzahlung oder rechtlichen Ärger kannst du ganz einfach vermeiden, indem du dich in das Thema einliest und es rechtzeitig angehst. Lasse dich von den vielen Zahlen und Regeln dabei nicht entmutigen. Mit ein bisschen Recherche und auch professioneller Unterstützung ist das Thema zügig und sorgfältig erledigt. Und sieh es doch mal so: Ist es nicht cool, dass du mit deinem Content als Influencer (so viel) Geld verdienst?

Für viele von uns gibt es Spannenderes als die Steuerklärung. Häufig sind die Informationen zur Steuerpflicht gar nicht so leicht zu verstehen oder überhaupt zu finden. Genau aus diesem Grund geben wir dir hier erste Tipps an die Hand, was du bei deinen Einnahmen als Influencer beachten musst.

Was muss ich bedenken, wenn ich online durch Kooperationen oder Affiliate Marketing wie stylink Geld verdiene? Ab wann sind meine Einnahmen als Influencer steuerpflichtig? Zählen kostenlose Produkte, die mir aus Promotionsgründen geschenkt werden, auch dazu?

Steuerpflicht für Influencer: Welche Steuern gibt es?

In Frage kommen für deine Influencer-Tätigkeiten in Deutschland die Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Gehen wir das einmal der Reihe nach durch.

Einkommensteuer für Influencer

Wenn du als Influencer aktiv bist, dann unterliegen die Einkünfte, die du damit erzielst – zum Beispiel deine stylink-Vergütung nach Abzug der im Zusammenhang stehenden Kosten – der Einkommensteuer. Eine Steuererklärung musst du dafür aber nur einreichen, wenn diese Einkünfte zusammen mit deinen anderen Einkünften (zum Beispiel deiner „normalen“ Tätigkeit als Friseurin) den Grundfreibetrag von derzeit 9.408 Euro (Stand 2020) übersteigen. Wenn du mit all deinen Einkünften (zum Beispiel angestellt im Büro + kellnern + stylink) unter diesem Betrag liegst, fällt keine Einkommensteuer für dich an. Fordert dich das Finanzamt dazu auf, dennoch eine Steuererklärung abzugeben, musst du dem nachkommen.

Wenn deine Einkünfte darüber liegen, dann musst du zumindest prüfen, ob du Einkommensteuer zahlen musst. Dafür musst du eine Gewinnermittlung machen und eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Übrigens: Deine Einkünfte errechnest du aus deinen Einnahmen (inklusive Werbegeschenke wie kostenlose Produkte oder Reisen) und ziehst deine im Zusammenhang stehenden Ausgaben davon ab. Es entspricht also dem, was du an Gewinn verbuchst.

Wenn du dir unsicher bist oder mehr über die Einkommensteuer erfahren möchtest, kannst du dich bei einem Steuerberater bzw. einer Steuerberaterin oder deinem Finanzamt weiterführend und rechtssicher informieren.

Kostenlose Produkte & Geschenke: Was hat der neue Kinderwagen mit meinen Steuern zu tun?

Das Finanzamt zählt Werbegeschenke wie kostenlose Produkte und Reisen zu deinen Einnahmen. Das heißt, wenn du als Mamiblogger beispielsweise einen neuen Kinderwagen im Wert von 800 Euro geschenkt bekommst, musst du das bei deinen Einnahmen berücksichtigen.

Sind die Geschenke also zu versteuern? Wenn du von Unternehmen und Marken kostenlos Produkte erhältst, in Hotels und zu Reisen eingeladen wirst, dann sind das für das Finanzamt sogenannte Sachzuwendungen. Die musst du mit der Einkommensteuer und ggf. auch Umsatzsteuer versteuern.

Sofern du die Produkte nur testest und anschließend wieder zurückschickst oder es sich um Werbegeschenke mit sehr geringem Wert handelt, dann musst du diese laut Leitfaden des Bundesfinanzministeriums nicht versteuern.

Wie versteuer ich als Influencer Werbegeschenke?

Es ist gar nicht so leicht, die Produkte und Geschenke zu versteuern, die man als Influencer erhält. Häufig kennt man gar nicht den genauen Preis. Auf der sicheren Seite bist du, wenn das Unternehmen, mit dem du für die Kooperation zusammenarbeitest oder welches dir die kostenlosen PR-Samples schickt, die Versteuerung übernimmt. Andernfalls solltest du schriftlich genau nachhalten, was dir wer in welcher Höhe wann zugeschickt hat. Auch dazu findest du im Leitfaden Informationen.

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Ist die Gewerbesteuer für Influencer relevant?

Die Tätigkeit als Influencer gilt bis auf wenige Ausnahmen regelmäßig als gewerbliche Tätigkeit und unterliegt der Gewerbesteuer. Gewerbesteuer musst du als Influencer allerdings nur dann bezahlen, wenn dein Gewerbeertrag (häufig identisch mit deinen Einkünften/Gewinn aus dieser Tätigkeit) höher als 24.500 Euro pro Jahr ist (Stand 2020). Liegt dein Gewerbeertrag darunter, fällt laut des Bundesfinanzministeriums keine Gewerbesteuer an.

Bist du mit deinen Influencer-Einnahmen gewerbesteuerpflichtig, musst du deinem Finanzamt eine Gewerbesteuererklärung abgeben. Am besten informierst du dich bei einem Steuerberater oder im Einzelfall bei deinem Finanzamt. Dort erfährst du, wie genau sich dein Gewerbeertrag errechnet und in welcher Höhe du ggf. Gewerbesteuern zahlen musst.

Muss ich als Influencer Umsatzsteuer zahlen?

Sobald du als Influencer selbstständig und wiederholt Einnahmen erzielst, bist du im Sinne des Umsatzsteuergesetztes Unternehmer/in. Dann ist eine Umsatzsteuererklärung notwendig.

Auch hier gibt es wieder Grenzen, die dich von der Umsatzsteuer befreien können. Im offiziellen Leitfaden kannst du nachlesen: Wenn deine Umsätze zuzüglich Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr nicht höher als 22.000 Euro waren und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro sein werden, fällst du unter diese Grenze (Stand 2020). Bei Neuaufnahme der Tätigkeit sind deine auf ein volles Jahr hochgerechneten Umsätze und nur die erste oben genannte Umsatzgrenze maßgebend.

Tipp: Achte immer darauf, für welches Kalenderjahr welche Freigrenzen gelten. Die Grenzen können von Jahr zu Jahr verschieden sein. Bis 2019 lag der Betrag bei 17.500 und noch nicht bei 22.000 Euro.

In welchem Bereich liegen deine Umsätze?

Liegst du unter der Grenze, zählst du zu den umsatzsteuerlichen Kleinunternehmern. Die Erhebung von Umsatzsteuer auf deine Umsätze entfällt. Welche Konsequenzen das für dich hat, worauf du bei Rechnungen achten musst und dass es auch die Option gibt, auf die vereinfachte Besteuerung ohne Umsatzsteuer zu verzichten, besprichst du am besten mit einem Steuerberater.

Wenn deine Umsätze oberhalb der Grenze liegen, ergeben sich daraus ein paar Pflichten. Zum einen musst du bei deinen Rechnungen eine Umsatzsteuer ausweisen. Regelmäßig musst du in einer monatlichen oder vierteljährlichen Voranmeldung deine Umsätze und Vorsteuern an das Finanzamt übermitteln. Bist du durch deine Umsätze als Influencer umsatzsteuerpflichtig, solltest du dich über deine Pflichten unbedingt informieren.

Übrigens: Wir bei stylink stellen dir einen angepassten Beleg aus, den du selbstständig für deinen Steuerberater nutzen kannst, wenn du umsatzsteuerpflichtig bist. Dafür musst du deine Steuer-ID in deinem stylink-Konto hinterlegen.

Fazit: Influencer sind steuerpflichtig

Sofern du bestimmte Voraussetzungen erfüllst, musst du als Influencer in Deutschland für deinen Verdienst Steuern zahlen. Das betrifft die Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Auch Werbegeschenke, die du als Influencer bekommst, musst du unter Umständen versteuern.

Das bedeutet nicht, dass du Experte auf diesem Gebiet sein musst. Es ist auch kein Grund, deine Influencer-Aktivitäten herunterzuschrauben oder nervös zu werden. Allerdings solltest du dich über die verschiedenen Möglichkeiten und vor allem über deine Pflichten informieren. Einen Einstieg bieten Quellen online wie der offizielle Leitfaden für Influencer vom Bundesfinanzministerium. Professionelle Unterstützung in Form eines Beratungsgesprächs bei einem Steuerberater ist der nächste Schritt.

Kurz & knapp: Mögliche erste Schritte

Das Minimum, was du als Influencer tun kannst, ist deine Einnahmen aus deinen Social-Media-Aktivitäten offenzulegen. Dokumentiere so viel wie möglich und lege im Zweifel alles deinem Finanzamt vor. Zusammengefasst bedeutet das:

  1. Wenn du mit deinen Social-Media-Aktivitäten Geld verdienst, können Steuern fällig werden.
  2. In Frage kommen die Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.
  3. Je nachdem, wie viel Geld du durch deine Tätigkeiten als Influencer verdienst, kannst du von den Steuern befreit werden. Einnahmen durch weitere Jobs musst du miteinrechnen.
  4. Um herauszufinden, ob du über oder unter den spezifischen Steuergrenzen für das jeweilige Jahr liegst, kannst du dich bei seriösen Quellen wie dem Bundesfinanzministerium einlesen, bei einem Steuerberater oder dem Finanzamt informieren. Wenn du Steuern zahlen musst, helfen dir diese Anlaufstellen weiter.
  5. Im Zweifel solltest du lieber mehr offenlegen als weniger: Sammle deine Gutschriftbelege (wie die von stylink), dokumentiere Promotionsgeschenke, die du annimmst, und lege alles deiner Steuererklärung bei.

Grundsätzlich gilt: Nicht nervös werden und Rat bei dem Finanzamt oder einem Steuerberater suchen. You‘ve got this!

 

Über den Autor
Simone Gerhardt

Simone Gerhardt

kümmert sich nicht nur um den stylink-Blog, sondern ist für das Marketing und Business Development bei stylink zuständig. Auch privat taucht sie täglich ein in Social Media und digitale Trends.

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